– Autor: Corinna – Lesezeit: ca. 7min –


Detox ist ja schon seit einiger Zeit ziemlich angesagt. Einfach mal den Körper mit Smoothies und anderen gesunden Sachen entgiften.  Machen Sie das auch regelmäßig? Aber was bedeutet entgiften überhaupt? Hab ich tatsächlich Giftstoffe in meinem Körper? Und wo kommen die her?

Und überhaupt, geht es hier nicht eigentlich um Tiere? Richtig! Daher beschäftigen wir uns in diesem Blogartikel auch nicht mit unserem Körper, sondern mit dem unserer Haustiere.

Was bedeutet eigentlich „entgiften“?

Unsere Tiere nehmen täglich verschiedene Stoffe auf. Die einen sind gut und werden im Körper gebraucht, wie Vitamine, Mineralien,… Nährstoffe eben. Andere wiederum werden nicht unbedingt gebraucht, wie z.B. Farbstoffe, Pestizide, Konservierungsstoffe, Schwermetalle, Medikamente, usw. Dennoch gelangen sie in den Körper und müssen irgendwie verarbeitet und wieder ausgeschieden werden.  Handelt es sich um wasserlösliche Stoffe, können sie einfach über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Oft sind diese Fremdstoffe allerdings wasserunlöslich, was bedeutet, dass sie erst in wasserlösliche Stoffe umgewandelt werden müssen, um dann über die Nieren ausgeschieden werden zu können. Diese Umwandlung geschieht hauptsächlich in der Leber. Von dort aus werden die nun wasserlöslichen Stoffe dann zu den Nieren weitergeleitet und mit dem Urin ausgeschieden.

Aber das klingt doch ganz unkompliziert. Warum soll ich dann mein Tier entgiften, wenn der Körper das auch alleine schafft?

Leider funktioniert dieses System nicht immer so einfach. Um einen Stoff umwandeln zu können, muss dieser erst einmal im Körper erkannt werden und das ist nicht immer der Fall. Manchmal fehlen auch die passenden Materialien, um die Fremdstoffe umzuwandeln. Nichtsdestotrotz wird es trotzdem versucht. Da hat die Leber ganz schön was zu tun.

Kommen immer wieder Fremdstoffe hinzu, auch wenn sie abgebaut werden können, kann das Leber und Nieren, die Hauptorgane, die für die Entsorgung von Stoffen zuständig sind, die der Körper nicht braucht, ganz schön belasten. Hinzu kommen auch noch die normalen Stoffwechselprodukte, die jeden Tag im Körper anfallen und ebenfalls über Leber und Nieren ausgeschieden werden müssen. Das ist auf jeden Fall ein 24/7 Job ohne Pause. Im Normalfall wird ein Tier sicher damit fertig, aber bei älteren oder kranken Tieren oder auch bei Tieren, die täglich einer starken Belastung mit Fremdstoffen ausgesetzt sind, kann eine Unterstützung der Ausscheidungsorgane angezeigt sein.

Wie kann sich so eine Überlastung äußern?

Ist ein Punkt erreicht, an dem der Körper mit der Entsorgung der anfallenden Stoffwechselprodukte und der Stoffe, die von außen dazu kommen, nicht mehr hinterher kommt, können folgende Symptome auftreten:

  • Juckreiz
  • Schuppige Haut
  • Stumpfes und schlecht riechendes Fell
  • Verdauungsprobleme
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Müdigkeit
  • Allergien

Zeigt das Tier einige oder alle diese Anzeichen, kann es sinnvoll sein, den Körper mit einer Detox-Kur zu unterstützen. Sinn dieser Kur ist es zum einen die Fremdstoffe (schneller) loszuwerden und zum anderen die Organe dabei zu unterstützen, damit sie nicht überlastet sind.

Aber wie stellen wir das nun an? Mein Hund oder meine Katze mag Smoothies nicht so gerne.

Es gibt viele Möglichkeiten sein Tier zu entgiften. Die Natur hält da einiges bereit. Gerade jetzt, wo der Frühling langsam kommt, fangen die Pflanzen wieder an zu sprießen. Einige davon können sehr nützlich sein und warum sollten wir uns nicht an der Natur bedienen? Solange wir sie nicht ausbeuten, ist das vollkommen ok und dafür sind die Heilpflanzen ja auch da. Wenn man diese wild sammeln möchte, sollte man allerdings darauf achten, dass man sie nicht gerade an einer stark befahrenen Straße oder an Feldern pflückt, die mit Pestiziden behandelt werden. Das wäre wiederum kontraproduktiv. Natürlich kann man die Pflänzchen auch in getrockneter Form käuflich erwerben. Auch da ist darauf zu achten, wo sie herkommen und wie sie behandelt wurden.

Bei Katzen sollte man bei der Anwendung von Heilpflanzen allerdings immer etwas vorsichtig sein. Nicht alle Pflanzen sind für Katzen geeignet. Katzen können ätherische Öle nur schlecht verarbeiten, da ihnen ein bestimmtes Enzym dazu fehlt. Wer an dieser Stelle ein paar weitere Details zu diesem Thema haben möchte, dem kann ich meinem Blogartikel „Gras für die Katz“ empfehlen. Dort gehe ich kurz auf das Thema ätherische Öle bei Katzen ein. Im Folgenden werde ich nur auf Pflanzen eingehen, die bei Hund und Katze eingesetzt werden können.

Brennnessel

Wie ich finde ein zu Unrecht als Unkraut verschrienes Gewächs. Die Brennnessel hat tolle Inhaltsstoffe und kann perfekt für eine entgiftende Frühlingskur eingesetzt werden. Sie wirkt appetitanregend, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend und stoffwechselfördernd. Aber sie fördert nicht nur die Ausscheidung der Stoffwechselabfallstoffe  und stärkt das Immunsystem, nein, sie kann auch bei Nieren- und Harnwegserkrankungen wie Blasenentzündung eingesetzt werden. Da sie aber auch die Histaminausschüttung reduziert, kann sie auch bei Allergiesymptomen helfen (auch äußerlich bei allergischen Ausschlägen). Zudem unterstützt sie die Leberfunktion und hilft bei einer Prostatavergrößerung. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften wird sie auch gerne bei Arthritis und Arthrose unterstützend eingesetzt. Ein tolles Kraut eben. Damit die Blätter nicht mehr brennen, lässt man sie am besten trocknen und mischt sie gerieben oder kleingeschnitten unter das Futter. Alternativ kann auch ein Tee gekocht und kalt verabreicht werden. Je nach Vorliebe des Tieres.

Da die Brennnessel harntreibend wirkt, sollte sie bei Hunden vielleicht eher nicht abends gegeben werden, da man dann ggf. nachts nochmal mit ihm raus muss. Katzen erledigen das ja meist selbständig.

Gänseblümchen

Ja, auch dieses liebliche Blümchen, aus dem wir als Kinder Kränze geflochten haben eignet sich für eine Entgiftungskur. Es wirkt entzündungshemmend, blutreinigend, blutstillend, schleimlösend,  verdauungsfördernd, krampfstillend, harntreibend und schmerzlindernd und kann daher hervorragend eingesetzt werden, um den Stoffwechsel anzuregen und das Blut zu reinigen. Bei Katzen sollte das Gänseblümchen allerdings nicht über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden, da es einen geringen Anteil an ätherischen Ölen enthält.

Auch das Gänseblümchen wirkt harntreibend und sollte daher vielleicht nicht unbedingt vorm Schlafengehen gegeben werden.

Die Blüten und Blätter des Gänseblümchens können frisch oder getrocknet direkt unter das Futter gemischt werden oder auch als Tee zubereitet werden.

Löwenzahn

Vom Löwenzahn hat man vielleicht schon eher mal gehört, dass er gesund sein soll und auch als Salat gegessen werden kann. Das stimmt. Er ist definitiv gesund und kann auch bei unseren Tieren super als Frühjahrskur eingesetzt werden. Der Löwenzahn fördert die Gallebildung und den Gallefluss, wirkt blutreinigend, appetitanregend, stärkend, harntreibend, entkrampfend, entgiftend und entwässernd. Aufgrund der Wirkung auf Leber und Galle werden auch die Nieren angeregt. Daher ist die Pflanze  hervorragend zur Entgiftung und Anregung des Stoffwechsels geeignet.

Da der Löwenzahn viele Bitterstoffe enthält, mögen ihn viele Tiere nicht besonders gerne. Gibt man die Blätter getrocknet schmecken sie nicht mehr ganz so bitter und werden evtl. besser akzeptiert. Einfach mal ausprobieren. Die Blätter können einfach zerkleinert unter das Futter gegeben werden.

Auch hier der Hinweis über die harntreibend Wirkung am Abend.

Eine Kur sollte so ca. 6 Wochen durchgezogen werden, um die entsprechenden ausleitenden Organe zu entlasten und den Körper zu entgiften. Sie kann natürlich auch zu anderen Jahreszeiten als dem Frühling durchgeführt werden. Idealerweise mind. 2x im Jahr.

Das ist nur eine kleine Auswahl an heimischen Pflanzen, die unseren Haustieren hilfreich sein können. Da gibt es noch einiges mehr zu entdecken. Es ist tatsächlich gegen fast jede Krankheit ein Kraut gewachsen, man muss es nur finden und erkennen. Wie ich finde ein spannendes Thema.

Als Tierheilpraktikerin mit einer zusätzlichen Ausbildung in der Phytotherapie kenne ich mich in diesem Bereich ganz gut aus und beantworte Ihnen gerne weitere Fragen oder berate Sie bezüglich des Einsatzes von Heilpflanzen bei Ihrem Liebling. Kontaktieren Sie mich gerne unter 0177/5799581 oder per E-Mail.

Ihre Tierheilpraktikerin,